theater an der rott

die oktober highlights vom theater an der rott in chronologischer reihenfolge. für mehr informationen kommt man hier direkt auf die theater-hompage.


orpheus in der unterwelt
von hector cremieux, musik: jacques offenbach

premiere: 03.10.2008 - 19:30
weitere termine: 04.10., 05.10., 10.10., 11.10., 12.10., 18.10., 19.10.

orpheus und eurydike gelten als tragisches traumpaar der griechischen mythologie. „alles unsinn!“ behauptet jacques offenbach und erzählt temporeich und mit mehr als einem zwinkernden auge die „wahre“ geschichte des ehepaares: orpheus und eurydike sind sich schon lange fremd und gehen fremd. der eine mit seinen schülerinnen, die andere mit dem nachbarn, der sich als unterweltgott pluto entpuppt, der eurydike in sein reich entführt. sowohl eurydike als auch orpheus wären nun zufrieden und glücklich, wenn es nicht die öffentliche meinung gäbe! sie will die beiden wieder zusammenbringen, und sei es nur, um den äußeren schein zu wahren. also bittet orpheus schweren herzens jupiter auf dem olymp um die rückgabe der gattin.

mit „orpheus in der unterwelt“ wurde 1858 die operette in paris geboren. das werk besticht nicht nur durch ein wahres feuerwerk an witzigen musiknummern und zugespitzten dialogen, sondern stellt zugleich die griechische mythologie auf den kopf und übt scharfe kritik an gesellschaft und politik. zudem machen die lebenslust und überschäumende energie, die aus jeder note sprechen – man denke beispielsweise an den feurigen cancan –, den „orpheus“ unsterblich.

regie: brian lausund / musik. leitung: hannes ferrand / mit: baumgartner, burger, dalby, helm, muhr, obermeier, ruprecht, schwarz, stockerer, weidinger, wigger, yorke / chor des theaters an der rott unter der leitung von maria rottenwöhrer / tänzerinnen des tz im park unter der leitung von gabi u. eva-maria büttner / westsächsisches symphonieorchester



heimgesucht
von katarina schröter

termin: 25.10.2008 - 19:30

das berliner ensemble „fliegende fische“ erregte 2006 großes aufsehen in der deutschen theaterlandschaft durch ihre reise durch indien und nepal und dem daraus entwickelten stück, das sie in ganz deutschland aufführten. das aktuelle projekt geht vom gleichen grundgedanken aus, nur ist das reiseziel dieses mal nicht indien sondern deutschland.

das stück „heimgesucht“ ist sechs menschen aus verschiedenen generationen auf der spur. es erzählt von ihren einrichtungsversuchen im fast 20 jahre wiederver einigten deutschland, das den weg zur europäischen einheit geht. der wunsch, irgendwo wirklich anzukommen und dazuzugehören oder aus einem gefüge ganz auszubrechen, treibt die figuren zur heimatsuche. und die ist unentwirrbar ver bunden mit der frage nach menschlichen und gesellschaftlichen werten, an denen sie festhalten wollen oder die sie ablehnen.

eines der interessantesten ensembles der gegenwart gastiert mit seiner neuesten produktion in eggenfelden.

regie: harald fuhrmann / mit: herre, hönig, johna, schmidt, simon, staffa



kurt schwitters & kollegen
im blauen salon im theatercafé
„und wenn die welten untergehn, bleibt onkel heini doch bestehn!“

termin: 12.10.2008 - 15:00

liza sarah riemann, die im sommer schon auf der straßentheater-tournee nach carcassonne dabei war und nun festes ensemblemitglied des theaters an der rott ist, und niels klaunick, den die eggenfeldener schon aus der letzten saison durch seine rollen in „maria stuart”, „stones” und „die geierwally” kennen, laden zu einem nicht alltäglichen lesevergnügen mit texten von kurt schwitters und anderen dada – autoren ein. und wenn tante quante und ihr jüngelchen erst mal so richtig in fahrt kommen, ist es nicht verwunderlich, wenn bei diesen texten das, was da auf der bühne vonstatten geht, nur noch entfernt an so etwas wie eine lesung erinnert. in diesem sinne: tressli bessli nebogen leila – flusch kata – ballubasch – zack hitti zopp!

dada – lesung mit liza sarah riemann und niels klaunick



blauer salon goes kulturverein

termin: 26.10.2008 - 18:00

am 26. oktober um 18.00 uhr präsentiert der kulturverein eggenfelden im gotischen kasten in gern das nostalgie-orchester „tanzharmonie“ mit tanz- und tonfilmschlagern der 20er und 30er jahre. der sänger der tanzharmonie ist joseph obermeier, der den zuschauern des theaters an der rott als glanzpunkt im „blauer engel“ und als hans styx in „orpheus in der unterwelt“ wohl vertraut ist. wir möchten allen freunden des blauen salon diesen termin ans herz legen und würden uns freuen, wenn sie mit dem veranstaltungsteam des blauen salon zusammen diesen wunderbaren abend im gotischen kasten genießen würden.



bartsch, kindermörder im malersaal
texte aus den briefen von jürgen bartsch an paul moor zusammengestellt von oliver reese

termine: 23. & 24.10.2008 - jeweils 19:30

manche erinnern sich vielleicht noch daran: an das böse, den teufel, das monster jürgen bartsch. als er verhaftet, und das ganze ausmaß seiner taten bekannt wurde, war die noch junge republik unter schock. man wollte und konnte nicht glauben, dass ein mensch zu solchen verbrechen fähig war. schnell war der volkskonsens gefunden den „teufel“ zu töten, das böse auszulöschen. für ein solches monster waren die gesetze nicht hart genug, für bartsch konnte keine herkömmliche gerechtigkeit gelten.

er wurde dennoch „ganz normal“ verurteilt und inhaftiert. aus der haft heraus schrieb er viele briefe an paul moor. der dramaturg oliver reese hat diese briefe zusammengestrichen und daraus einen theaterabend zusammengestellt. „bartsch, kindermörder“ ist eine selbstdarstellung, sicherlich. eine selbstdarstellung aber, die sich klar absetzt von den anderen stücken zu diesem thema. der text ist weder eine gruselige monstershow, die sich an der unfassbarkeit der taten delektiert, noch ein sozialkitschiges rührstück, das der gesellschaft die alleinige schuld zuschieben würde. das stück zeigt vielmehr, dass furchtbares getan wurde, aber eben nicht vom teufel, von einem monster, sondern von einem menschen. einem mann mit träumen, zielen, mit ängsten und hoffnungen. einem mann mit hobby’s, ticks und eigenheiten. einem mann, der treu zu einem freund stehen kann und zugleich die ganze bestialität eines mehrfachen kindermörders aufbringt.

aufgrund der überwältigenden resonanz in der letzten spielzeit nehmen wir diese produktion wieder auf. im anschluss an die vorstellungen bietet der darsteller brian lausund an, sich im theatercafe über das gesehene auszutauschen.

regie: mario eick / mit: brian lausund



karten in unserer vorverkaufsstelle
theater an der rott, pfarrkirchener str. 70, 84307 eggenfelden

mo-fr.: 09.00 - 13.00 uhr, di, mi, do. 17.00 - 19.00 uhr
telefon: ++49 - 8721 - 126898-0
telefax: ++49 - 8721 - 126898-13
email: info@theater-an-der-rott.de




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